Mittwoch, 2. September 2015

8 Tipps für den perfekten schwäbischen Kartoffelsalat

Den perfekten schwäbischen Kartoffelsalat zu machen ist nicht einfach. Ich zumindest war lange Zeit mit meinen Ergebnissen nie so recht zufrieden. Mal war der Kartoffelsalat zu trocken, mal zu feucht, mal waren die Kartoffeln zu fest, mal zu weich. Und irgendwie schmeckte er nie so gut, wie von meiner Mama. Irgendwie fad! So kam es, dass ich selber gar keinen klassischen Kartoffelsalat mehr zubereiten wollte, sondern mir lieber eigenen Kreationen überlegte. Dabei ist z.B. mein Süßkartoffelsalat mit Feta und Rucola entstanden. So konnte ich wenigstens nicht enttäuscht sein, wenn der Salat nicht wie bei Mami schmeckt.

Trotzdem lies mich das Thema nicht los. Ein richtig schöner schwäbischer Kartoffelsalat ist einfach was leckeres! Und als waschechte Schwäbin muss ich ihn einfach im Repertoire haben. Bei meinem letzten Heimatbesuch schaute ich meiner Mama daher ganz genau über die Schulter und notierte mir ihre wertvollen Tipps. Seither habe ich den Bogen raus!



Und weil Kartoffelsalat auch ein wunderbares Mitnehmgericht fürs Büro oder Picknick ist, gebe ich euch Mamas Tipps gerne weiter:


1. Auf die Kartoffel kommt es an! 

Verwende festkochende Kartoffeln. Sieglinde wäre zum Beispiel eine geeignete Kandidatin.
Festkochende Kartoffeln behalten ihre Struktur, lassen sich dadurch gut in Scheiben schneiden und werden garantiert nicht matschig.

2. Die Kartoffeln mit Schale weich kochen!

Koche die Kartoffeln mit Schale. So behalten sie besser ihre Inhaltsstoffe und saugen sich nicht mit Wasser voll. Achte bei der Kochzeit darauf, dass die Kartoffeln auf jeden Fall gar sind. Schön weich sollen sie sein, aber nicht zerfallen. Mache nach 15 Minuten (bei kleinen Kartoffeln auch schon eher) eine Messerprobe. Gleitet das Messer schön sanft hinein und die Kartoffel bleibt nicht am Messer haften, wenn du es wieder hinaus ziehst, ist der perfekte Garpunkt erreicht.

3. Die Kartoffeln heiß verarbeiten!

Die Kartoffeln nehmen den Geschmack vom Dressing am besten auf, so lange sie warm sind. Darum Zähne zusammenbeißen und die Kartoffeln gleich heiß pellen, in Scheiben schneiden und mit dem Dressing vermengen. Piekse zum Schälen die Kartoffel auf eine Kuchengabel auf, dann verbrennst du dir nicht die Finger.

4. Nicht mit der Würze sparen!

Das Dressing ist besonders wichtig. Auch wenn es sich bei einem schwäbischen Kartoffelsalat hierbei nur um Gemüsebrühe, Essig, Pfeffer, Salz und evtl.etwas Senf handelt, ist das Dressing der Schlüssel zum perfekten Kartoffelsalat. Die Brühe muss kräftig sein! Um Einiges kräftiger, als man sie für eine Suppe machen würde. Die Kartoffeln nehmen später so viel von der Würze weg und der Kartoffelsalat soll keinesfalls fad werde.

5. Der Kartoffelsalat muss schwätzen!

Die Menge der Brühe ist wichtig. Man muss genau so viel nehmen, dass der Salat feucht ist, aber nicht in der Brühe schwimmt. Wenn man mit den Löffeln durch den Salat geht und das Salat fröhliche, matschige Geräusche von sich gibt, also "mit einem schwätzt",  ist die Menge der Flüssigkeit gut getroffen.

6. Frag Mutti!

Der Kartoffelsalat kann noch so perfekt zubereitet sein, wenn er aber nicht wie zuhause schmeckt, ist es nicht der perfekte Kartoffelsalat. So ging es mir zumindest. Ich bin mit meinem Ergebnis erst glücklich, seit ich den Salat genau wie meine Mutter mache. Sie verwendet, was eigentlich für einem schwäbischen Kartoffelsalat untypisch ist, keine Zwiebel. Klar, ist das dann nicht mehr das original Rezept, aber eben das Rezept, wie ich es seit klein auf kenne und von daher mein Original. Vielleicht ist bei euch noch Gurke im Salat? Oder Radieschen, Speck, Paprika, Apfelstückchen oder andere Spezialzutaten? Frag Mutti (oder Vati oder Omi, je nachdem wer bei euch zuhause der Kartoffelsalatexperte ist)!

7. Den Kartoffelsalat möglichst lange ziehen lassen!

Ein schwäbischer Kartoffelsalat schmeckt so viel besser, wenn sich der Geschmack über Nacht voll entfalten konnte. Wenn es also irgendwie geht, den Kartoffelsalat schon am Vortag zubereiten oder wenigstens am Morgen, wenn abends gegrillt werden soll.

7. Öl erst vor dem Servieren dazu geben!

Dann bekommt der Kartoffelsalat einen schönen Glanz und das perfekte Mundgefühl.

Und nun kommt noch das Rezept für:

Mamas schwäbischer Kartoffelsalat

für 4 Personen:
  • 1 Kilogramm Kartoffeln (klein und festkochend) 
  • Salz 
  • ca. 200 ml kräftige Gemüsebrühe (Fleischbrühe schmeckt auch super)
  • 5 EL Weißweinessig
  • 2 TL Senf
  • Pfeffer (frisch gemahlen) 
  • 1 TL Zucker
  • 4 EL Öl
  • ½ Bund Schnittlauch
Die Kartoffeln gründlich waschen und in Salzwasser 15-20 Minuten garen.

Währenddessen das Dressing zubereiten: 200 ml  (kräftige!) Gemüsebrühe kochen und mit dem Senf, Essig, Pfeffer, Salz und Zucker vermischen.

Die gegarten Karoffeln noch heiß schälen, in etwas 4-5 mm dicke Scheiben schneiden und sofort vorsichtig mit dem Dressing vermischen. 

Den Kartoffelsalat ziehen lassen. Mindestens 1 Stunde.

Vor dem Servieren das Öl unterrühren, die gehackten Schnittlauchröllchen darüber geben und nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Und dann lasst es euch schmecken!

Welche Zutaten gehören in euren perfekten Kartoffelsalat? Mögt ihr lieber die Essig/Öl- oder Mayo-Variante? 

Kommentare :

  1. Hey Miri,
    als hättest du mich erhört ;) Ich suche schon lange nach einem Rezept für einen guten Kartoffelsalat und da mein Mann ja Schwabe ist, habe ich es bisher nicht geschafft den perfekten zu machen. Ich muss dein Rezept also unbedingt ausprobieren sobald ich ein bisschen Zeit habe. Das kommende Wochenende bin ich aber erstmal in Stuttgart und versuch am Freitag mal bei euch reinzuschneien.
    Liebe Grüße,
    Anna

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  2. Hi Anna,

    na dann hoffe ich, dass dein Mann mit dem Ergebnis glücklich ist :D

    Schön, dass du mal wieder nach Stuttgart kommst. Auja, komm unbedingt vorbei. Ich freu mich!

    Na dann bis bald,
    Miri

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  3. Das sieht sehr gut aus! Ich wusste gar nicht, dass du auch aus der Stuttgarter Gegend kommst :-)
    Lg Ronja

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    1. Ach, du etwa auch? Das wäre ja schön!

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    2. Ach, du etwa auch? Das wäre ja schön!

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Schreibst du mir? Wie schön! Ich freue mich riesig über jeden einzelnen Kommentar!